...unnuf!

Unser Club war, wie ich meine, wohl der fleißigste aller Clubs in diesem April.
Der Auftakt war das Osterhasenfliegen am Ostermontag den 06.April. Unser eingespieltes Hasenteam erledigte alles Nötige: Einkauf für Kaffee und Kuchen, Süßigkeiten und Ostereier für die Kinder besorgen,  Aufbau des Küchenzeltes, Absperrungen errichten, Osternester verstecken, Bestückung des Osterhasenbeutels, Kaffee machen, bewirten, Flugbetrieb und vieles mehr. Schade nur, dass das Wetter nicht so recht mitspielen wollte. Der Wind war kalt und kam meist von der ungünstigen Seite. Dementsprechend wenige Gäste fanden den Weg zu uns, und durch den sich frostig anfühlenden Wind fühlte sich niemand berufen, einen Tandemflug zu wagen. Der heiße Kaffee kam wie gerufen und rundete unser ansehnliches, leckeres Kuchenbuffet, dass von fleißigen Bäckerinnen und Bäckern unseres Clubs gespendet worden war, ab. Wie kalt sich dieser Tag anfühlte, lässt sich am besten daran messen, dass gegen später noch reichlich Glühwein verkauft werden konnte und dankbar Absatz fand. Den Kindern allerdings war das Wetter wurscht. Sie warteten geduldig auf den nächsten Osterhasenflug, der ihnen Leckereien aus der Luft bescherte. Ebenso stark frequentiert war unser Grillplatz, auf dem die Osternester versteckt worden waren. Leuchtende Augen dankten die Mühe! Besonders schön war, dass das Hügelhelden-TV vor Ort war. Redakteur Stefan filmte fleißig. Er ergänzte sein Material mit aktuellen Flugaufnahmen und so entstand ein informativer Bericht über unseren Club und das Osterhasenfliegen, der bereits am nächsten Morgen online zu sehen war. ( www.hügelhelden.de )

Das Wochenende Samstag 18. und Sonntag 19. April stand ganz unter dem Motto Sicher an der Winde starten. Michael Grau, ein erfahrener und umsichtiger Gleitschirmer konnte dafür verpflichtet werden. Er reiste schon einen Tag früher mit seinem Wohnmobil an und zeichnete sich auch für die Windenabnahme verantwortlich.
Als sich am Samstag pünktlich um 9 Uhr alle Interessierten am Startplatz versammelten, …… war der Wind zu stark.  Alle Diskussionen über Wetter, Standortwechsel , alles Lamentieren und Warten halfen nichts. Michael nutzte die Zeit, um uns ihm wichtig erscheinende Tipps zu geben. Er meinte, dass die größte Gefahr da lauern kann, wo Abläufe automatisiert bzw. lax umgesetzt werden. In diesen Momenten sind die Sinne nicht für Gefahren geschärft. Windenfahrer, Startleiter und Pilot sollten ihre Abläufe kennen und sich gegenseitig ergänzen. Dazu mehr an anderer Stelle. Beim anschließenden Groundhandling gab er auch den einen und anderen wertvollen Tipp.
Gegen 11 entschied Michael, dass wir den Nachmittag abwarten. Laut Wetterbericht sollte sich der Wind abschwächen. Dennoch lautete die Info um 15 Uhr: für heute gecancelt. Ärgerlich nur, dass wir somit auch auf die XXL-Schnitzel im Bundeswehrcasino verzichten mussten! Doch er hatte die Rechnung ohne Franz gemacht, kurz vor 17 Uhr lautete die SMS: es geht; und so entstanden an diesem Tag doch noch einige Videodokumentationen. Die Schnitzel waren trotzdem futsch.
Am Sonntag das gleiche Spiel, der Wind sollte recht stark und böig werden. So lautete die Entscheidung, die Winde zeitig am Krämer aufzubauen und so viele Flüge wie möglich zu absolvieren. Gegen Mittag war es definitiv nicht mehr fliegbar. Anschließend versammelten wir uns am Tennisplatz / Neue Heimat zur Nachbesprechung und zum Ausklang des Wochenendes. Es war recht angenehm, dass dort ein großes Zelt stand, dass zum Zwecke einer Geburtstagsfeier am Vortag errichtet worden war. Erstens konnten wir uns windgeschützt niederlassen, zweitens war das Geburtstagskind zufällig anwesend. Was bedeutete, dass uns Kaffee, Sekt und das eine oder andere Bier spendiert wurden, herrlich.
Michael berichtete, was ihm in den beiden Tagen aufgefallen war, gab Tipps und Anregungen und beleuchtete rechtlich gravierende Aspekte. Am Schluss war sein Fazit : Wir machen unsere Sache gut, weiter so!  Dieter bedankte sich bei Michael für das unter diesen Umständen doch recht informative Wochenende und verabschiedete alle.
Gleich eilten wir zur nächsten Veranstaltung. Am Freitag, 24. April organisierten wir einen Schnuppertag für Patienten des Therapiezentrums Münzesheim.  Einige unserer Clubmitglieder spendeten ihre Zeit bzw. einen Urlaubstag, Martin Lehmann vom "Planet Para" spendete ebenso seine Zeit und sein Equipment, um diese Benefiz möglich zu machen. Ein Schnuppertag wie jeder andere? Wir sollten uns alle täuschen.
Die Überschrift dieses Tages lautete: Statt Therapie – einfach mal abheben. Die Plätze auf der Teilnehmerliste waren heiß begehrt. Dementsprechend standen Punkt 10 Uhr 20 Männer am Grummen Acker, erwartungsvoll und gespannt ob der Dinge, die da kommen sollten und von  denen sie noch keine Vorstellung hatten. Dieter begrüßte die Anwesenden und stellte uns und unseren Club vor. Er machte auch klar, dass alle Mitwirkenden dieser Veranstaltung ehrenamtlich ihre Zeit und ihre Ausrüstung zur Verfügung stellen. Danach war Martin an der Reihe. Er erläuterte die allgemeinen Regeln, die Grundlagen von Start und Landung, zeigte die Ausrüstung und verteilte anschließend Schirme und Gurtzeuge an die Gruppen. Schon während der ersten Aufziehübungen konnte man in überraschte und begeisterte Gesichter schauen. So leicht, wie es aussah, war es für viele wohl doch nicht. Doch die ersten Erfolge und die Begeisterung motivierten wirklich alle, jede einzelne Gruppe hatte sichtlich Spaß. Gegen halb 12 wurde dann die Winde aufgebaut. Der  Shuttledienst pendelte zu unserem Fluggelände, um nach und nach alle Teilnehmer per
Tandem in die Luft zu bringen.
Bereits beeindruckt vom eben Erlernten, kehrten fast ausnahmslos alle mit einem Dauergrinsen auf dem Gesicht zurück zur Erde. „Das war das Beste, was ich jemals erlebt habe“, „wenn ich mal einen Sohn habe, dann soll er Franz heißen“, „ich komme am Sonntag gleich wieder zum Tandemfliegen vorbei“ und dergleichen war unisono zu hören. Ich kann wohl sagen, dass wir alle von dieser Euphorie und dieser kindlichen Freude überrascht waren, ebenso vom Glück und dem Leuchten in deren Augen. Es war schon fast unwirklich zu sehen, wie uns die Teilnehmer per Handschlag verabschiedeten, sich bei jedem einzelnen von uns aufs Herzlichste bedankten und uns aus dem Auto heraus zuwinkten. Der Leiter des Therapiezentrums Dr. Beutel – auch er wagte einen Tandemflug – war voll des Lobes und teilte die Begeisterung über diesen gelungenen Tag. Ein Teilnehmer hatte Pech und knickte um, er hat noch einen Tandemflug gut, sobald er wieder mobil ist.
Und, quasi nebenher, entstand noch unsere neue Heimat.  Sofort nach der Erteilung der Baugenehmigung legte Dieter einen straffen Zeitplan vor. Mit einigen Tagen Vorarbeit war das Fundament und die Bodenplatte geschaffen worden. Mit ( Spezial-)Maschinen, Technik, Know-How und purer Muskelkraft wurde diese Aufgabe professionell und effektiv erledigt. Die Lieferung der Halle war auf den 24. April verlegt worden. Der Beton hatte genügend Zeit um abzubinden und das Hallenmaterial lag nicht unnötig lange sichtbar herum. Und so konnten wir tags darauf mit dem Aufbau beginnen.
Erst einmal wurde das Material ausgepackt und sortiert gerichtet. Wo was hinkommt, verriet der Hallenplan. Das Arbeitstempo war so rasant, dass es sogar ein Richtfest gab. Am 02. Mai ging es dann weiter. Nach dem der Tag davor von Dauerregen beherrscht wurde, hatten wir für die Arbeit genau das richtige trockene Wetter mit arbeitstauglicher Temperatur. Blech um Blech wurde zugeschnitten, eingepasst, verschraubt, Dichtungen geklebt, die Kanten verkleidet. Alle arbeiteten emsig und zielgerichtet. Auch wenn es gelegentlich unterschiedliche Ansichten über den Weg zum Ziel zu überwinden galt und die Zusammensetzung des Teams mehrmals wechselte, so war der bestmögliche Erfolg am Abend verkünden zu können:  DIE HALLE IST ZU !
Nach dem Aufräumen gönnten sich die noch Anwesenden einen Moment des Glücksgefühls mit einem Feierabendbier bzw. Feierabendkaffee.
Nun gilt es die noch kommenden Arbeiten zu koordinieren und die Halle zu vollenden. Ich bin sicher, bei unserem Potential an Wo-Men Power wird unsere große Einweihungsparty sehr bald steigen.
Es ist beeindruckend und atemberaubend, was unser Club in den vergangenen Wochen geleistet und auf die Beine gestellt hat. Das macht uns so schnell keiner nach. Allen Beteiligten und Helfenden gebührt Dank und Anerkennung, egal ob es in Form von Zeit, Material oder Know-How erbracht wurde. Dispute und unterschiedliche Auffassungen können offensichtlich und letztendlich unserer Gemeinschaft nichts anhaben. Das macht unser Team stark!

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